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Digitales Starkregenfrühwarnsystem geht an den Start

Ausgabe 03/2025

KI soll im Katastrophenfall für Vorsprung sorgen

Im August 2025 hat die Hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus Förderbescheide für ein KI-gestütztes Starkregenfrühalarmsystem in Wiesbaden an Vertreterinnen und Vertreter von Kreisen und Städten überreicht.

Mit dabei war auch der Erste Beigeordnete Frank Inderthal, der die Förderzusage für den Lahn-Dill-Kreis angenommen hat. Dafür, dass der Lahn-Dill-Kreis früh von dem Projekt profitiert, hatte der ehemalige Landrat Wolfgang Schuster vor seinem Ausscheiden mit einer Bewerbung für dieses Förderprogramm beim Digitalministerium gesorgt. Nach der nun erfolgten Bescheidübergabe fördert das Land Hessen die Umsetzung des Starkregenfrüh­alarmsystems nun auch im Lahn-Dill-Kreis.

Erprobt wurde das System zunächst in Fulda. Ziel ist es, Rettungskräften, aber auch betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern oder Unternehmen wichtige Minuten Vorsprung bei einem Starkregenereignis zu verschaffen. Überflutungen werden so zwar nicht verhindert, aber Betroffene und Einsatzkräfte können im Notfall schneller reagieren. Das Pilotprojekt in Fulda hat gezeigt, dass die Warnung 15 bis 45 Minuten vor dem Starkregenereignis vor damit einhergehenden Überflutungen warnt.

Bevölkerung, aber auch Hilfskräfte für einen Notfall zu alarmieren, misst das System in Echtzeit Niederschläge, Pegelstände und Abflussverhalten. Die Künstliche Intelligenz kombiniert die so ermittelten Daten mit den Werten des Deutschen Wetterdienstes. Kommt es zu einer möglichen Gefährdungslage, löst das System einen Alarm bei Anwohnerinnen und Anwohnern, aber auch Rettungskräften und Verwaltung aus. Die Bevölkerung muss dazu eine kostenlose App installieren, die über Push-Nachrichten warnt. Die Rettungskräfte werden zusätzlich per SMS und Anruf alarmiert.

Die technische Ausstattung kostet rund eine Million Euro für den Lahn-Dill-Kreis. Das Land Hessen trägt 90 Prozent dieser Kosten. So kann ein wichtiger Beitrag in Sachen Sicherheit gemacht werden, ohne die Kommunen vor Ort zusätzlich zu belasten.
Frank Inderthal, Erster Kreisbeigeordneter Lahn-Dill-Kreis, sagte: „In einem Landkreis, der die beiden Flüsse Lahn und Dill im Namen trägt, ist Starkregen und Hochwasserschutz ein großes Thema. Das Frühalarmsystem wird einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leisten und den Kommunen im Kreis helfen, die richtigen Entscheidungen in der Hochwasservorsorge zu treffen.“

Cirsten Kunz-Strueder, SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, ergänzt: „Mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels wird es immer wichtiger, schon vor der drohenden Katastrophe handeln zu können. Dabei ist es wichtig, die Möglichkeiten, die Technik und KI heute bieten, voll auszuschöpfen. Ich danke unserem ehemaligen Landrat Wolfgang Schuster für die frühzeitige Bewerbung um die Teilnahme an diesem Projekt.
Alleine Ende August kam es auch bei uns wieder zu sehr starken Regenfällen. Es ist einfach wichtig, dass im Fall der Fälle Einsatzkräfte schnell vor Ort sind und Betroffenen helfen können – gerade solchen, die sich alleine nicht mehr so gut helfen können.“